Kartoffeln selbst anbauen – funktioniert das auch im Kartoffelturm auf der Terrasse? Genau das wollte ich in diesem Jahr ausprobieren. Nach rund drei Monaten war es endlich soweit: Die Ernte stand an. Heute nehme ich euch mit und zeige, wie mein erster Versuch gelaufen ist, was gut funktioniert hat und was ich im nächsten Jahr anders machen werde.


Kartoffeln auf der Terrasse anbauen

Da ich in diesem Jahr noch keinen Platz im Gemüsebeet hatte, fiel die Wahl auf einen Kartoffelturm. Er benötigt nur wenig Stellfläche und eignet sich perfekt für Terrasse oder Balkon.

Die Pflanzkartoffeln kamen Anfang Mai in den Turm. Anschließend hieß es: regelmäßig gießen, beobachten und Geduld haben.

Während der Saison wuchsen die Pflanzen zunächst kräftig und bildeten viel Laub.


Das Kartoffelkraut verändert sich

Nach einigen Wochen begann sich das Laub langsam zu verfärben. Die Blätter wurden gelb und bekamen braune Flecken. Zum Ende der Saison starb das Kraut schließlich fast vollständig ab.

Genau das ist bei Kartoffeln ein wichtiger Hinweis: Die Pflanze steckt ihre Energie nun nicht mehr in das Blattwachstum, sondern in die Knollen unter der Erde.

Ich habe mich deshalb entschieden, die Kartoffeln zu ernten.


Die Ernte

Beim Leeren des Kartoffelturms kam eine schöne Überraschung zum Vorschein.

Insgesamt konnte ich 33 Kartoffeln ernten – von kleinen Drillingen bis hin zu mehreren richtig großen Knollen.

Für meinen ersten Versuch bin ich mit dem Ergebnis wirklich zufrieden. Alle Kartoffeln sehen gesund aus und weisen keine größeren Schäden oder Fäulnis auf.

Natürlich hätte der Ertrag noch etwas höher ausfallen können. Trotzdem zeigt der Versuch, dass auch auf kleiner Fläche eine schöne Kartoffelernte möglich ist.


Weiße Punkte auf der Kartoffelschale – muss ich mir Sorgen machen?

Beim Sortieren meiner Ernte sind mir auf einigen Kartoffeln kleine weiße Punkte auf der Schale aufgefallen. Im ersten Moment dachte ich natürlich an eine mögliche Krankheit. Nach genauerem Nachforschen stellte sich jedoch heraus, dass dahinter meist etwas völlig Natürliches steckt.

Bei den kleinen hellen Punkten handelt es sich häufig um sogenannte Lentizellen, auch Korkporen genannt. Über diese winzigen Poren tauscht die Kartoffel Gase mit ihrer Umgebung aus. Besonders nach einer feuchten Wachstumsphase oder direkt nach der Ernte können sie deutlicher sichtbar werden. Manchmal sehen sie wie kleine weiße Pünktchen aus und lassen sich sogar ganz leicht mit dem Finger oder einem Tuch abwischen.

Solange die Kartoffeln fest sind, normal riechen und keine weichen, fauligen oder schimmeligen Stellen aufweisen, sind diese weißen Punkte in der Regel völlig unbedenklich und kein Grund zur Sorge.


Kartoffeln richtig lagern

Vor der Lagerung habe ich die Kartoffeln nicht gewaschen, sondern lediglich die lose Erde vorsichtig entfernt.

Anschließend durften die Knollen an einem schattigen und gut belüfteten Ort vollständig abtrocknen. Das schützt die Schale und sorgt dafür, dass sie sich länger lagern lassen.

Gelagert werden Kartoffeln am besten:

  • dunkel,
  • kühl (etwa 4–8 °C),
  • trocken und
  • gut belüftet.

Mein Tipp: Kontrolliert eure Kartoffeln vor dem Einlagern noch einmal genau. Beschädigte Knollen oder Kartoffeln mit Druckstellen solltet ihr zuerst verbrauchen. Gesunde Kartoffeln halten sich unter den richtigen Bedingungen mehrere Monate.


Was ich im nächsten Jahr anders mache

Der Kartoffelturm war ein spannendes Experiment und hat mir viel Freude bereitet.

Im nächsten Jahr ziehen meine Kartoffeln allerdings ins Gemüsebeet meines Kleingartens. Dort haben die Pflanzen deutlich mehr Platz für ihre Wurzeln und können sich besser entwickeln.

Ich bin gespannt, ob sich dadurch auch der Ertrag noch einmal steigern lässt. Den Kartoffelturm werde ich trotzdem in guter Erinnerung behalten – gerade für Balkon oder Terrasse ist er eine tolle Möglichkeit, eigenes Gemüse anzubauen.


Mein Fazit

Mein erster Kartoffelanbau war ein voller Erfolg.

Mit überschaubarem Aufwand konnte ich 33 gesunde Kartoffeln ernten und einmal mehr feststellen, wie viel Freude es macht, eigenes Gemüse anzubauen. Besonders spannend fand ich, dass selbst kleine Beobachtungen – wie die weißen Lentizellen auf einigen Knollen – eine ganz natürliche Erklärung haben.

Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Gartensaison. Dann wachsen die Kartoffeln nicht mehr im Kartoffelturm, sondern direkt im Gemüsebeet meines Kleingartens. Ich bin gespannt, wie groß der Unterschied bei Ertrag und Knollengröße sein wird.