Die Eisheiligen sind vorbei – und damit kam endlich der große Kontrollgang auf dem Balkon. Nach einigen kühlen Nächten war ich ehrlich gespannt, wie meine Pflanzen die letzten Tage überstanden haben. Die gute Nachricht: Alles lebt nicht nur noch, sondern scheint die frische Frühlingsluft richtig gefeiert zu haben.

Besonders das kleine Foliengewächshaus hat seinen Job hervorragend gemacht. Die Pflanzen darin wirken kräftig, sattgrün und sind in den letzten Tagen sichtbar gewachsen. Gerade empfindlichere Jungpflanzen profitieren enorm von dem geschützten Klima. Tagsüber sammelt sich angenehm Wärme im Inneren, nachts bleibt die Temperatur deutlich stabiler als draußen auf dem offenen Balkon. Für mich zeigt sich wieder: Auch auf kleinem Raum lohnt sich ein Mini-Gewächshaus absolut.

Einige Pflanzen werden dort allerdings nicht dauerhaft bleiben. Im Juni dürfen viele davon in das Beet im Kleingarten umziehen. Bis dahin bekommen sie auf dem Balkon noch etwas Schutz und können kräftig genug werden, bevor sie ihren endgültigen Platz im Garten erhalten. Ich finde es immer spannend zu sehen, wie aus kleinen Balkonpflanzen später große Gemüse- und Kräuterpflanzen im Beet werden.

Kartoffeln angehäufelt – mehr Ernte auf kleinem Raum

Ein weiterer Punkt auf der Balkon-Gartenliste war heute das Anhäufeln der Kartoffeln. Dabei wird zusätzliche Erde rund um die Pflanze aufgeschichtet, sodass nur noch die oberen Blätter herausschauen.

Warum das wichtig ist?

Die Kartoffelpflanze bildet an den bedeckten Stängeln weitere Knollen.
Die Kartoffeln bleiben unter der Erde und werden nicht grün.
Die Pflanze steht stabiler und kippt weniger um.
Die Erde speichert Feuchtigkeit besser.

Gerade im Pflanzgefäß auf dem Balkon ist das Anhäufeln besonders praktisch, weil man so den vorhandenen Platz optimal nutzt. Die Pflanzen sehen danach zwar erstmal etwas „eingebuddelt“ aus, danken es später aber mit einer besseren Ernte.

Porree angehäufelt – für lange weiße Schäfte

Auch der Porree bekam heute seine Portion zusätzliche Erde. Beim Porree verfolgt das Anhäufeln allerdings ein anderes Ziel als bei Kartoffeln.

Durch das schrittweise Auffüllen der Erde bleibt ein größerer Teil des Schafts im Dunkeln. Dadurch entsteht der typische lange weiße Teil des Porrees, der besonders zart und mild schmeckt. Ohne Anhäufeln würde der Schaft deutlich grüner, kräftiger und oft etwas faseriger bleiben.

Zusätzlich hilft die Erde dabei:
– den Porree stabiler wachsen zu lassen,
– die Feuchtigkeit besser zu halten,
– und das Wachstum insgesamt zu fördern.


Der Balkon wird langsam richtig grün

Auch die anderen Pflanzen entwickeln sich hervorragend. Die Heidelbeere zeigt kräftigen Wuchs und viele Blütenansätze, während die jungen Obstpflanzen immer mehr Höhe gewinnen. Nach den unsicheren kalten Tagen fühlt es sich jetzt endlich nach echter Gartensaison an.

Jetzt heißt es: weiter gießen, beobachten und hoffen, dass der Sommer genauso gut mitspielt wie der Frühling bisher. 🌿